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Cannabis (synthetisch)

Substanz

Substanz

Bei synthetischen Cannabinoiden handelt es sich um eine Stoffgruppe, welche die Wirkungen des in der Hanfpflanze natürlich vorkommenden psychoaktiven Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) imitiert.

Seit Mitte der 2000er wurden synthetische Cannabinoide zunächst vor allem als „Legal High-Produkte“ bzw. „Räuchermischungen auf Kräuterbasis“ vertrieben. Mittlerweile werden damit vermehrt CBD-Hanfblüten – und eventuell auch THC-Hanfblüten – behandelt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. So werden synthetische Cannabinoide in der Regel ungewollt konsumiert.

Bislang ist nur sehr wenig über die Wirkungsweise dieser Substanzen und ihre toxischen Auswirkungen auf den Menschen bekannt. Es sind mehr als 150 verschiedene synthetische Cannabinoide bekannt.

Erscheinungsformen

Synthetische Cannabinoide kommen in sogenannten „Räuchermischungen“ vor. Es werden aber auch CBD- und Hanfblüten damit behandelt. Ebenso kann es in Haschischprodukten, Liquids und Pulverform vorkommen.

Konsumformen

Produkte, welche mit synthetischen Cannabinoiden behandelt wurden, werden hauptsächlich wie herkömmliche Cannabisprodukte konsumiert.

Dosierung

Es ist nur wenig über die Wirkungsweise und damit einhergehend über die Dosierung dieser Substanzen bekannt. Die Wirkstoffkonzentration kann von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich sein, da die Wirkstoffe bei der Produktion nicht gleichmässig aufgetragen werden können.

Wirkungen

Wirkungen

Synthetische Cannabinoide, ebenso wie der natürliche Wirkstoff THC aktivieren dieselben Rezeptoren in unserem Nervensystem. Die Wirkung von synthetischen Cannabinoiden ist allerdings nicht identisch mit der von pflanzlichem Cannabis. Da synthetische Cannabinoide meist unwissentlich erworben werden, ist nicht klar welcher Wirkstoff in welcher Konzentration vorliegt. Grundsätzlich sind synthetische Cannabinoide sehr potent und oftmals auch sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung. Ungewollte Risiken und Nebenwirkungen können schon beim Konsum kleinster Mengen auftreten.

Wirkungseintritt und -dauer

Bei der Vielzahl an verschiedenen synthetischen Cannabinoiden, der wenigen Erforschung und dem damit einhergehenden, fehlenden Wissen können hierzu keine genauen Angaben gemacht werden. Es wird aber davon berichtet, dass der Wirkungseintritt sehr schnell kommen und die Wirkungsdauer sehr lange andauern kann.

Risiken

Risiken und Nebenwirkungen

Die Gefahr einer Überdosierung und damit einhergehenden Nebenwirkungen ist sehr gross. Zum einen sind synthetische Cannabinoide meist sehr viel stärker in ihrer Wirkung als natürliches THC. Zum anderen, wenn sie sich auf Blüten befinden, die ungleichmässige Verteilung der Substanzen erhört nochmals den Überdosierungsrisiko.

Allgemein sind diese künstlichen Stoffe noch sehr unerforscht und deswegen gibt es bis dato keine gesicherten Erkenntnisse über akute oder langfristige gesundheitliche Risiken. Zu der langen Liste der unerwünschten Wirkungen zählen: schnell eintretende Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, starke Unruhe, Panik- und Angstzustände, Delirium, Halluzinationen, psychotische Episoden, Zittern, Krampfanfälle, Erbrechen, verlangsamte Atmung, Bluthochdruck, Herzrasen bis zum Herzinfarkt. Des Weiteren wurde im Zusammenhang mit dem Konsum synthetischer Cannabinoide von gewalttätigem Verhalten (u.a. Selbstverletzungen) berichtet. In Europa wurde seit 2016 von mehr als 100 Todesfällen im Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden berichtet.

Safer Use

  • Es kann weder mit den Augen noch mit der Nase erkannt werden, ob es sich um herkömmliches oder synthetisch behandeltes Cannabis handelt. Selbst beim Konsum kann es geschmacklich unauffällig sein.
  • Es ist dringend vom Konsum abzuraten. Dies schliesst Cannabis aus unbekannter Quelle oder Produktion mit ein.
  • Es kann immer zu Falschdeklarationen oder Missverständnissen kommen, auch wenn du deine Bezugsquelle schon lange kennst.
  • Sollte das Cannabis unerwartet günstig sein, ist eine gewisse Skepsis angebracht.
  • Haschisch kann ebenso mit synthetischen Cannabinoiden behandelt worden sein, wie auch Hanfblüten.
  • Zunächst einmal nur drei Züge nehmen, den Joint beiseitelegen und mindestens 10-15 Minuten warten. Sollte sich eine ungewöhnliche Wirkung einstellen, nicht weiter konsumieren.
  • Auf Mischkonsum verzichten.
  • Nach Möglichkeit nur konsumieren, wenn jemand anwesend ist, der im Notfall helfen kann.

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